Dialog mit einem Unbekannten

Liebe

Von der liebe willst du erfahren?
du…der auch selbst schon geliebt hat,
aber ihr dann abgeschworen…
eine andere richtung eingeschlagen…

was willst du erfahren?
du…der glaubt, alles zu wissen,
über die menschen…

ich werde dir sagen, wie sie sein kann:
unberechenbar, alles vereinnahmend,
zerstörerisch, schmerzhaft…
wunderschön, unbeschreiblich…
ohne worte…

nur wenn du liebst, weißt du wie es ist
du weißt also, ohne dass ich es dir erklären muss

Hart wie ein Kiesel!

Was hatte ich erwartet?
Dass Du fragst, ob ich bleibe?
Was?
Wieder gehe ich nach Hause, Tränen in den Augen, weil nicht geschehen ist, was ich erhofft habe…
Du brauchst nur das was ich zu bieten habe…Arbeitskraft, Unterstützung…aber Du willst nicht mich!

Wie oft noch?
Wie oft werde ich darüber nachdenken, was wäre wenn…
Wie oft werde ich hoffen…
Wie oft wirst Du meine Hoffnungen zerstören…
Wie oft werde ich traurig sein…
Wie oft entmutigt…

Dein Gesicht hart wie ein Kiesel, nimms Dir nicht so zu Herzen…

Ja, aber…schreit es in mir! Ich kann nicht anders, weil…

Darum versuche ich, hoffe ich, denke ich nach, träume ich…
Darum!

Nur meine Mutter und mich…

„Mein Geburtstag geht nur meine Mutter und mich etwas an“, sagte jemand, dem ich zu seinem Ehrentag gratuliert hatte, und den ich, so scheint es, mit meinem Wünschen zu nahe getreten war.

Diese Antwort hatte ich nicht erwartet, und sie scheint in einer Welt, in der es beinahe zum guten Ton gehört, Hinz und Kunz an seinen eigenen Befindlichkeiten teilhaben zu lassen, seltsam.
Was auch immer denjenigen zu dieser Antwort veranlasst hat – er wird seine Gründe haben – mir persönlich fällt es schwer, sie zu verstehen.
Auch ich gehöre jetzt nicht unbedingt zu den Menschen, die in einem Geburtstag – schließlich wird man älter und das ist nicht unbedingt das, was man in einer auf „ewige Jugend“ getrimmten Zeit anstrebt – einen Grund zum Feiern sieht, aber ich würde lügen, wenn mich Gratulanten nicht freuen würden. Dass Andere an einen denken, kommt nicht oft vor, und deshalb ist es umso schöner, wenn sie es dann doch tun.
Freilich könnte man noch bemerken, dass man selbst zum Geburtstag nichts beigetragen hat – eigentlich hat ja die Mutter die Leistung erbracht – und man sollte vielleicht eher ihr gratulieren, als dem Jubilar selbst.
Alles in allem bin ich immer noch erstaunt über diese so unerwartete Antwort.
Meine Lehre daraus: Auch das offensichtlich Richtige ist manchmal ein Fehler.

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